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03.06.2014
Kategorie: Allgemeines

Barrierefreies Shopdesign

Mit der Ansprache aller Kund_innengruppen durch einen authentischen Einsatz von Barrierefreiheit auf allen Ebenen, wird Shopdesign zum Business Case.


Der barrierefreie Zugang eines Geschäftslokals

© Comfort4all


Richtungsweisende Firmen und Betriebe verkörpern heutzutage mehr als nur ein Produkt. Vielmehr repräsentieren sie mit ihrem Auftritt einen gesamten Life Style. Die Ausgestaltung eines Geschäftslokals als Außenauftritt eines Unternehmens führt zu einer „Charakterisierung des Ortes“ (vgl. Aurora Cuito: Shop Design (2001)).
In Zeiten, in denen der Einzelhandel sich mit stärker werdenden Herausforderungen konfrontiert sieht, – Stichwort: Onlinehandel – geht es zunehmend darum, Kund_innen zu binden und Service vor Ort zu bieten, um ein positives und problemloses Kauferlebnis zu schaffen. Dazu zählt die Umsetzung von Barrierefreiheit sowohl auf der baulichen Ebene als auch ein geschulter und wertschätzender Umgang der Mitarbeiter_innen mit den Kund_innen. Barrierefreiheit führt eine leichte und bequeme Benutzbarkeit für alle Kund_innengruppen herbei, unabhängig von deren Alter oder physischen Fähigkeiten. Angesprochen werden dadurch neben Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung, älteren Menschen, Personen mit temporären Beeinträchtigungen und Familien mit Kindern vor allem auch all jene Konsument_innen, die Wert auf eine moderne und komfortable Nutzungsqualität von Angeboten legen. Ziel ist es somit, ein inklusives Angebot und Rahmenbedingungen für alle Menschen und Generationen zu schaffen.   

Im gegenwärtigen Zeitgeist, in dem die Bedeutung von einfacher und bequemer Benutzbarkeit von Einrichtungen und Gegenständen immer stärker wird, sollte man davon ausgehen, dass auch die Domäne des barrierefreien Shop Designs keine Außergewöhnlichkeit mehr darstellt. Doch bislang führen Recherchen noch zu wenig Architekt_innen oder Designer_innen, die sich barrierefreies Shopdesign auf die Fahnen geschrieben haben.

Was macht einen Shop barrierefrei?
Ein wesentliches Merkmal für die barrierefreie Gestaltung von Shops ist das Zusammenspiel von Architektur ohne Hindernisse und ansprechenden Designelementen. So ist bspw. ein Ladeneingang dann barrierefrei, wenn der Eingang als solcher klar zu erkennen und schwellenlos passierbar ist. So kreiert man eine Eingangssituation, die den Konsumenten dazu einlädt, ohne Schwierigkeiten hinein zu gelangen. Hilfreiche Tools für die Benutzbarkeit für alle Menschen sind außerdem taktile und visuelle Leitsysteme für sehbeeinträchtigte Menschen sowie Induktionsanlagen für Hörbeeinträchtigte. Über alle technischen und baulichen Merkmale hinaus, sollten vor allem die Mitarbeiter_innen sensibilisiert sein auf die Bedürfnisse der Konsument_innen und kommunikativ Hilfestellung leisten. Der Mehrwert eines barrierefreien Shopdesigns kann von Unternehmen als Marketingelement bewusst in den Fokus gerückt werden, wie das Beispiel einer Opens external link in new windowSPAR-Filiale in Linz-Froschberg zeigt.
Dabei muss das Konzept Barrierefreiheit keineswegs in den Vordergrund des Designs rücken. Die Verkaufsräume des Apple-Konzerns, deren Design das Unternehmen sich kürzlich patentieren ließ, überzeugen bspw. durch großzügige Bewegungsflächen und breite Durchgänge.
Die Umsetzung von Barrierefreiheit im Shopdesign ist ein Wachstumsthema und stellt den aktuellen Stand der Technik dar. Unternehmen, die darauf setzen, werden von der nutzbaren Gestaltung profitieren.